Durchgängigkeit der Werse

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Durchgängigkeit

Fehlende Durchgängigkeit an der Werse bei Münster in NRW.

In Nordrhein-Westfalen gibt es insgesamt rund 50.000 km Fließgewässer, die durch ca. 13.000 Querbauwerke beeinträchtigt sind. Das größte Einzugsgebiet nimmt der Rhein ein, gefolgt von Weser, Ems und Issel. An 339 Querbauwerken gibt es eine Wasserkraftnutzung, die eine besondere Problematik für die Fischwanderung darstellt. Hier werden häufig Fische bei der Wanderung stromabwärts in den Turbinen getötet. Besonders gefährdet ist der Aal. An vielen dieser Wehre gibt es keine oder nur eine eingeschränkt funktionierende Durchgängigkeit. Fischtreppen oder Umgehungsgerinne bieten den Fischen eine Möglichkeit, das Hindernis zu umwandern. Sie müssen so gestaltet sein, dass die Durchgängigkeit stromab und stromauf gewährleistet ist.

Die Durchgängigkeit der Fließgewässer ist eines der größten Anliegen der Fischerei. Denn alle Fischarten, die in unseren Gewässern leben, unternehmen jährliche mehr oder weniger ausgedehnte Wanderungen stromauf und stromab. So suchen sie zu verschiedenen Jahreszeiten Laichgebiete oder Wintereinstände auf. Sind diese Biotope nicht erreichbar, führt dieser Zustand zu einer Artenverarmung in einem Fließgewässer hin zu anspruchslosen Allerweltsarten.

Der Weltmeister unter den Fischen, die im Süßwasser weite Strecken zurücklegen und auf eine ausgedehnte Durchgängigkeit angewiesen sind, ist die Nase. Sie kann weite Strecken auf der Suche nach geeigneten Laicharealen zurücklegen.

Besonders aber sind die Langdistanzwanderer wie Lachs, Meerforelle, Aal, Meer- und Flussneunauge zum Fortbestand ihrer Art von einer uneingeschränkten Durchgängigkeit abhängig. Sie durchwandern in ihrem Leben ganze Fließgewässersysteme. Mangelnde Durchgängigkeit führt ohne Managementmaßnahmen durch den Menschen zum verschwinden dieser Arten. Hier tragen die Angler durch ihre Besatzstrategien zum Fortbestand dieser Arten in unseren Fließgewässern bei.

Im Überblick ergeben sich folgende negative Einflüsse von Stauanlagen auf die standorttypische Fischfauna in einem Fließgewässer:

- Unterbrechung des Fließgewässerkontinuums
- Wanderhindernis für alle im Gewässer lebenden Fischarten
- Fehlender bzw. mangelnder Laichsubstratnachschub aus den Oberläufen
- Ablagerung von Feinsedimenten
- Fehlende Sedimentumlagerung
- Verringerung der Fließgeschwindigkeit
- Veränderung der physikalisch/chemischen Parameter
- Verringerung der Selbstreinigungskraft
- Förderung der Generalisten unter den Fischarten

Im Zuge der seit dem Jahr 2000 in Kraft getretenen Wasserrahmenrichtlinie ist in der Zukunft dafür zu sorgen, dass die Durchgängigkeit der Gewässer hergestellt wird.

 

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